Was ist ein Koma?


KomaKoma stammt aus dem Griechischen und bedeutet „tiefer Schlaf“. Grundsätzlich wird mit Koma die schwerste Form einer Bewusstseinsstörung bezeichnet. Heute unterscheidet man vier Stufen des Komas, je nach dessen Tiefe:

  • Leichtes K., Stufe I: Die Patienten reagieren auf schmerzhafte Reize noch mit gezielten Abwehrbewegungen. Ihre Pupillen ziehen sich bei Lichteinfall zusammen.
  • Leichtes K., Stufe II: Die Patienten wehren Schmerzreize nur ungezielt ab. Der Pupillenreflex funktioniert.
  • Tiefes K., Stufe III: Der Patient zeigt keine Schmerzabwehrreaktion mehr, sondern lediglich ungezielte Bewegungen. Die Pupillenreaktion funktioniert nur schwach.
  • Tiefes K., Stufe IV: Der Patient zeigt überhaupt keine Schmerzreaktion mehr, die Pupillen sind geweitet und reagieren nicht auf Lichteinfall.

Wodurch wird ein Koma hervorgerufen?


Abgesehen vom künstlichen Koma, das bewusst von Ärzten eingeleitet wird, gibt es viele Ursachen warum ein Mensch in diese Form der Bewusstlosigkeit fällt. Hier ein paar Beispiele:

Erkrankungen des Gehirns

  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis)
  • Hirnblutung (z.B. durch Schlaganfall)
  • Epileptischer Anfall
  • Gehirntumor

Stoffwechselstörung (metabolisches Koma)

  • Kreislaufversagen
  • Sauerstoffmangel
  • Unterzuckerung (Hypoglykämie)
  • Überzuckerung (Hyperglykämie, hyperosmolares K., diabetisches K.)
  • Niereninsuffizienz (urämisches K.)
  • Leberinsuffizienz (hepatisches K.)

Vergiftungen

  • Drogen (z. B. Alkohol, Rauschmittel)
  • Gifte
  • Narkosemittel

Welche Komaarten existieren?


Für Regelungen in einer Patientenverfügung ist die Unterscheidung nach den eingangs genannten Stufen nicht im Detail relevant. Im normalen Sprachgebrauch unterscheiden wir:

  • Koma
  • Wachkoma
  • Minimaler Bewusstseinszustand

Und zur Abgrenzung:

  • Locked-In-Syndrom
  • Künstliches Koma

Diese Arten der Bewusstlosigkeit werden nachfolgend näher erläutert.

Was ist der Unterschied zwischen Koma und Wachkoma?


Koma


Koma ist die schwerste Form der Komaarten. Hier sind in der Regel keine Reaktionen des Patienten zu beobachten oder zu messen. Menschen, die sich im tiefen Koma befinden, reagieren nicht auf Außenreize und lassen sich auch durch stärkere Schmerzreize nicht aus der Bewusstlosigkeit aufwecken. Die Augen bleiben fast immer geschlossen. Bei Komapatienten wird das Herz-Kreislaufsystem durch intensivmedizinische Maßnahmen künstlich aufrechterhalten. Die Dauer eines Komas kann einige Tage bis maximal mehrere Wochen umfassen. Dann bessert sich der Zustand des Betroffenen in der Regel entweder schnell oder es tritt der Hirntod ein.

Wachkoma


Im Wachkoma, auch apallisches Syndrom genannt, können die Betroffenen hingegen eigenständig atmen und haben Wach- und Schlafphasen. Sie liegen mit offenen Augen im Bett und bewegen diese. Der Blick ist jedoch entweder starr oder irrt haltlos umher. Patienten müssen in diesem Zustand zwar künstlich ernährt werden, sie können aber beispielsweise greifen, lächeln oder weinen. Bei diesen Bewegungen handelt es sich jedoch um unbewusste Reflexe. Man spricht auch vom Schattenreich zwischen Koma und Bewusstsein. In diesem Zustand können die Personen viele Jahre überleben. In Deutschland liegen schätzungsweise 8.000 bis 12.000 Menschen im Wachkoma (lt. Deutsche Wachkoma Gesellschaft).

Kann man aus dem Koma wieder aufwachen?


Ein Aufwachen aus dem Koma ist nicht ausgeschlossen. Patienten im Wachkoma können viele Jahre überleben. Immer wieder mal werden in den Nachrichten Fälle erwähnt, wo jemand aus dem Koma / Wachkoma wieder erwacht ist. Wie lange ein Koma anhält kann nicht vorher gesagt werden. Selbst bei der leichtesten Form, dem Minimally Conscious State (MCS), also dem Minimalen Bewusstseinszustand, ist nach 12 Monaten ohne Erwachen die Chance zum Aufwachen erheblich gesunken. Die meisten Betroffenen wachen nach den 12 Monaten nicht wieder auf und wenn, dann meist mit schwersten Behinderungen aufgrund der gravierenden Hirnschädigungen.

Auch durch den Skiunfall von Michael Schumacher am 29.12.2013 ist das Thema „Koma“ präsenter geworden. Er wurde aufgrund seines schweren Schädel-Hirn-Traumas in ein künstliches Koma versetzt und nach einer gewissen Zeit wieder „zurückgeholt“ (die Medikamente wurden langsam abgesetzt). Dieser Zustand dauerte 189 Tage an. Eine lange Rehabilitationsphase hat sich seit dem angeschlossen. Sein aktueller Gesundheitszustand und die Schwere der Schäden oder Behinderung gelangen nicht an die Öffentlichkeit.

Was ist das künstliche Koma?


Das künstliche Koma ist eine besondere Form. Es wird von den Ärzten künstlich durch Medikamentengabe herbeigeführt. Der Fachausdruck heißt Sedierung und entspricht einer Narkose. Menschen werden zum Beispiel nach schweren Unfällen ins künstliche Koma versetzt, um das Gehirn auf minimale Tätigkeit herunterzufahren und damit Schmerzempfindungen sowie Gegenreaktionen zu reduzieren bzw. auszuschließen, damit der Heilprozess in Gang gesetzt werden kann. Ohne die Sedierung könnten die Patienten die Schmerzen nicht ertragen.

Diese Form der Bewusstseinsreduzierung wird in einer Patientenverfügung nicht als eigene Situation geregelt. Bei Meine Patientenverfügung können Sie sich aber bei Maßnahmen zur Schmerzlinderung ausdrücklich mit einer palliativen Sedierung einverstanden erklären.

Was ist das Locked In Syndrom?


Von den vorgenannten Komaarten ist das Locked-In-Syndrom abzugrenzen. Hier handelt es sich um einen Zustand, in dem der Patient bewegungs- und sprachunfähig ist aber ansonsten bei vollem Bewusstsein. Er fühlt alles, nimmt alles um sich herum wahr, kann sich nur nicht mitteilen. Die Mediziner sind gefordert, diese Patienten von denen mit Wachkoma zu unterscheiden. Schätzungen gehen von 10 – 20% Fehldiagnosen aus, wo ein Wachkoma diagnostiziert wurde, jedoch ein Locked-In-Syndrom vorliegt.

Was hat eine Patientenverfügung mit Koma zu tun?


Meine Patientenverfügung bietet das Wachkoma als Verfügungssituation an. Hier können Sie entscheiden, wie sie im Falle dieser Diagnose intensivmedizinisch versorgt werden möchten. Über ein Freitextfeld können Sie auch erweiternde oder einschränkende Gedanken und Wünsche aufschreiben. Beispielsweise können Sie die intensivmedizinischen Maßnahmen auf eine von Ihnen bestimmte Dauer beschränken (z.B. 6 Monate oder 1 Jahr).

einmalig nur
39,50 €

Was ist rechtlich noch wichtig und interessant?

Wir halten auch rechtliche Hintergrundinformationen in Bezug auf unsere Vorsorgedokumente für Sie bereit. In diesem Abschnitt finden Sie Antworten zu häufigen rechtlichen Fragestellungen.

Mehr

Welche ethischen Aspekte sind wichtig?

Auch ethische Fragestellungen in Bezug auf unsere Vorsorgedokumente beantworten wir Ihnen. Erhalten Sie weitere ethische Hintergrundinformationen.

Mehr