Was bedeutet würdevolles Sterben?


würdevolles SterbenNimmt ein Leben sein Ende, soll dies so angenehm wie möglich geschehen. Würdevolles Sterben definiert sich in erster Linie durch ärztliche Ethik und Selbstbestimmung des Betroffenen. Leider liegen die eigene Einstellung des Sterbenden und die Ansichten ärztlicher Ethik oft weit auseinander. Während das ärztliche Grundverständnis vorsieht, alles Menschenmögliche zu unternehmen, um ein Leben möglichst lange zu erhalten, versteht die Selbstbestimmung eines Sterbenskranken darunter oft, dem Leben ein schnelles Ende zu bereiten, um unerträgliches Leiden zu vermeiden oder zu beenden. Das ist zur Verdeutlichung an dieser Stelle natürlich etwas „Schwarz-Weiß-gemalt“.

Wie lassen sich Ethik und Sterbehilfe miteinander vereinbaren?


In der Ethik geht es um moralische Werte. Viele Kritiker sehen diese moralischen Werte durch die Ausführung der Sterbehilfe gefährdet. Aus Sicht der ärztlichen Ethik trägt die Sterbehilfe in gewissen Situationen durchaus dazu bei, einem Patienten ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. So verstößt die passive Sterbehilfe, also die Abschaltung lebenserhaltender Geräte, nicht gegen moralische Werte, wenn für den Patienten keine Aussicht auf Besserung besteht oder durch diese Maßnahmen das Leiden nur verschlimmert würde. Die eigene individuelle Einstellung eines jeden Einzelnen macht es so schwer, eine allgemein gültige Definition für würdevolles Sterben zu finden, die Ethik und Sterbehilfe einbezieht.

Kann mit einer Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht die Selbstbestimmung gewahrt werden?


Mit der Vorsorgevollmacht gibt der Betroffene seine Entscheidungsgewalt an eine vertraute Person ab. Bei sorgfältiger Auswahl dieser Person kann der Vollmachtgeber davon ausgehen, dass der Vollmachtnehmer in seinem Sinne handelt und somit die Selbstbestimmung gewahrt bleibt. Bei einer Betreuungsverfügung ist dies nicht ganz so einfach. In der Betreuungsverfügung kann nur ein Wunsch geäußert werden, wer zum Betreuer ernannt werden soll.

Letztendlich entscheidet aber das Betreuungsgericht, wer zum Betreuer ernannt wird. Der Vorteil ist aber, dass Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten immer mit einer Patientenverfügung kombiniert werden können und sollten.

Ist der Wunsch nach Sterbehilfe in einer Patientenverfügung möglich?


Die eigene Einstellung zur Selbstbestimmung löst in vielen den Wunsch aus, auch selbst über das Lebensende entscheiden zu können. Eine Patientenverfügung kann diesem Wunsch Nachdruck verleihen. Aktive Sterbehilfe kann zwar nicht verlangt werden, da sie in Deutschland verboten ist. Der Wunsch nach passiver Sterbehilfe kann allerdings durch den Ausschluss von medizinischen Maßnahmen zur Lebenserhaltung in bestimmten Situationen formuliert werden.
Dort könnte auch eine palliativmedizinische Versorgung festgelegt werden, die teilweise als indirekte Sterbehilfe bezeichnet wird.

Welche Rolle spielen Werte und Ethik, wenn es um würdevolles Sterben geht?


Insbesondere beim Thema würdevolles Sterben sind vor allem Werte ein sehr wichtiges und oft diskutiertes Thema. Der Hauptstreitpunkt ist die eigene Einstellung zu diesem Thema, da sie individuell ist und daher von vielen Meinungen anderer abweicht. Deshalb kommt es immer wieder zu kontroversen Diskussionen.

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